Das Wimaria Stadion: Sport und Disziplin
Das Wimaria Stadion in Weimar nahm eine prägnante Rolle während der Zeit der Hitlerjugend ein. Sportliche Veranstaltungen sowie insbesondere Wettkämpfe, welche meist im Team statt fanden, waren dabei meist der zentrale Fokus.

Das Wimaria Stadion befindet sich in der Florian-Geyer-Straße 81, zentral in der Stadt von Weimar. Es wurde 1928 erbaut und wird heute überwiegend als Trainings- und Spielstätte für Vereine verwendet. Zudem ist es das Zuhause von dem Fußballverein FC Empor Weimar 06.

Historie NS
Damals war der Standort als Stadion am Schwanseebad bekannt. In diesem fanden ab 1933 sportliche Veranstaltungen im Rahmen des Nationalsozialismus statt, wobei der Fokus auf sportlichen Wettkämpfen innerhalb einer Mannschaft lag. Diese waren nach dem Weltbild des NS besonders geeignet für die Charakterbildung sowie die seelische Erziehung der Jugend. Altdeutsche Mannestugenden würden durch sportliche Veranstaltungen gepflegt und die Kameradschaft unter den Jugendlichen geübt werden. Darüber hinaus wurde Disziplin, Treue und Mannhaftigkeit trainiert.

Fest der Jugend 1933
Eine sportliche Veranstaltung die 1933 bereits im Stadion statt fand, war das Fest der Jugend. Dieses war am Tag der Sommersonnenwende, dem 24. Juni geplant, wobei die sportlichen Wettkämpfe im Mittelpunkt standen. Die gesamte Veranstaltung wurde von Musik, Gesang, Liedern sowie Volkstänzen umrahmt. Die Teilnahme galt für alle Schulen, Jugendvereine, Turn- und Sportvereine sowie nationale Vereinigungen innerhalb von Deutschland und der Schulunterricht fiel am Vormittag aufgrund der Wettkämpfe aus.
Es galt als uraltes, heiliges Fest und als Sitte der Ahnen, welches die Jugend zur Verbundenheit mit der Natur, der Heimat, dem Vaterland und dem Volk führen sollte. Die Jugendlichen sollten den Stolz auf ihre Art, Rasse sowie ihre Geschichte erleben.

Ankündigungen in Zeitung
Das Fest der Jugend wurde mehrfach in der Zeitung von Weimar angekündigt. Am 22. Juni wurde niedergeschrieben:
"Sportliche Wettkämpfe der Schulen und der Jugend und Sportverbände werden den Tag ausfüllen und Zeugnis ablegen davon, dass die deutsche Jugend von heute wieder, nach 14 Jahren Pazifismus und Verweichlichung gewohnt ist, den Geist und den Körper zu stählen."

Programm
Das Fest der Jugend sollte um 7 Uhr mit der Morgenfeier, einem Feldgottesdienst, beginnen. Die sportlichen Wettkämpfe fanden anschließend von jeweils 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr sowie 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr statt.

Ausfall am 24. Juni
Die sportlichen Veranstaltungen des Events mussten am Tag der Sommersonnenwende, aufgrund des schlechten Wetters, abgesagt werden.
Die Nachholung der Wettkämpfe fand am darauf folgenden Mittwoch, dem 28. Juni mit dem gleichen Programm statt.

Sport als Methode der Indoktrination
Sport wurde im Nationalsozialismus, neben der körperlichen Disziplinierung und Erziehung, als Methode genutzt, um das Gemeinschaftsgefühl innerhalb einer Gruppe zu stärken. Die Werte werden dabei oft von den Mitgliedern übernommen und Erfahrungen sowie Emotionen gemeinsam geteilt.
Zudem war man in der Zeit Nationalsozialismus davon überzeugt, dass Sport nicht nur den Charakter formt und diszipliniert, sondern auch zu einer Verbundenheit zur Heimat, zum Volk und Vaterland sowie zur Natur führt.

Sichtbarkeit
Die historische Sichtbarkeit des Wimaria Stadions, während des Nationalsozialismus, ist stark eingeschränkt. In Weimar sind keine Informationstafeln vorhanden und auch auf der Online Website ist nur die Information vorhanden, dass das Stadion 1928 erbaut und 1963 wieder eröffnet wurde.